Kurz gesagt: Alles Mechanische darfst du selbst machen: Halter setzen, Schienen und Module montieren, die Modulkabel zusammenstecken und die Leitungen bis zum Wechselrichter legen. Alles ab dem Wechselrichter in Richtung Hausnetz ist Sache einer Elektrofachkraft, die beim Netzbetreiber eingetragen ist: Zählerschrank, Wechselstromseite, Inbetriebnahme, Netzanmeldung. Wer die Arbeit so aufteilt, spart den größten Teil der Montagekosten und bleibt bei Netzbetreiber, Versicherung und Garantie auf der sicheren Seite.
Was du selbst machen darfst
Es gibt kein Gesetz, das dir das Schrauben auf dem eigenen Dach verbietet. Was zählt, ist das Ergebnis: Die Anlage muss den Montageanleitungen der Hersteller und den anerkannten Regeln der Technik entsprechen, sonst unterschreibt am Ende kein Elektriker die Inbetriebnahme. Diese Arbeiten übernehmen viele unserer Kunden selbst:
- Unterkonstruktion: Metalldachziegel oder Dachhaken setzen, Montageschienen ausrichten, Verbinder und Endkappen montieren.
- Module: auflegen, mit Mittel- und Endklemmen im freigegebenen Klemmbereich befestigen, Drehmomente aus der Anleitung einhalten.
- Modulkabel: die MC4-Stecker der Module zum String zusammenstecken, Kabel mit UV-festen Clips an der Schiene führen, Plus und Minus eng zusammen.
- Stringleitungen: vom Dach bis zum Wechselrichter verlegen, Dachdurchführung abdichten, im Haus im Leerrohr oder Kabelkanal.
- Erdung: Erdungsklemmen an den Schienen setzen und die Leitung für den Potentialausgleich bis zum Hausanschlussraum legen.
- Geräte: den Wechselrichter mechanisch an die Wand hängen, die Batterien aufstellen.
Mit Lehmann-Metalldachziegeln ist der Dachteil besonders einfach, weil kein Ziegel geflext wird: Ziegel raus, Platte auf die Latten schrauben, Nachbarziegel wieder anlegen. Wie das geht, steht in den Ratgebern „Welcher Modulhalter passt zu meinem Dachziegel?“ und „Wie viele Metalldachziegel brauche ich?“.
Was nur die Elektrofachkraft darf
Sobald es um das Hausnetz und das öffentliche Netz geht, endet die Eigenleistung. Diese Arbeiten gehören einem Elektroinstallateur, der im Installateurverzeichnis deines Netzbetreibers eingetragen ist (siehe Elektrofachkraft):
- Zählerschrank: Zählerplatz, Sicherungen, Überspannungsschutz auf der Wechselstromseite, Einbau des Smart Meters.
- Anschluss des Wechselrichters ans Hausnetz. Die meisten Elektriker schließen auch die Stringleitungen am Wechselrichter selbst an, weil sie vorher Leerlaufspannung, Polung und Isolationswiderstand messen müssen. Sprich das vorher ab.
- Umschalteinrichtung für Ersatzstrom, falls du eine willst.
- Inbetriebnahme mit Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600 und 0126-23 (siehe Inbetriebnahme).
- Netzanmeldung: das Netzanschlussbegehren vor dem Bau und die Inbetriebsetzungsanzeige danach. Beides reicht nur der eingetragene Installateur ein (siehe Netzanmeldung).
Der Grund ist nicht nur die Gefahr durch 230 Volt im Zählerschrank. Der Netzbetreiber nimmt eine Anlage nur ab, wenn ein eingetragener Installateur für sie geradesteht. Ohne seine Unterschrift gibt es keinen Zählertausch, keine Einspeisevergütung und keinen rechtmäßigen Betrieb.
Die Grenze in einer Tabelle
| Arbeit | Du selbst | Elektrofachkraft | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Halter, Schienen, Klemmen | ja | nach Montageanleitung, Drehmomente einhalten | |
| Module auflegen und klemmen | ja | Klemmbereich des Modulherstellers beachten | |
| Modulkabel stecken (MC4) | ja | nie unter Last trennen, nur gleiche Steckertypen | |
| Stringleitungen bis zum Wechselrichter | ja | prüft | Solarkabel verwenden, Durchführung abdichten |
| Erdung der Schienen, Leitung zur Potentialausgleichsschiene | legen | anschließen und dokumentieren | mindestens 6 mm² Kupfer |
| Wechselrichter aufhängen | ja | FOX ESS H3 Smart wiegt 34 kg, also zu zweit | |
| Stringleitungen am Wechselrichter anschließen | abstimmen | ja | Messung vor dem Anschluss |
| Wechselstromseite, Zählerschrank, Überspannungsschutz AC | ja | ||
| Inbetriebnahme und Protokoll | ja | das Datum zählt für Vergütung und Fristen | |
| Netzanmeldung und Inbetriebsetzung | ja | nur eingetragener Installateur | |
| Marktstammdatenregister | ja | innerhalb eines Monats, machst du selbst |
Sicherheit auf dem Dach
Das größte Risiko bei der Selbstmontage ist nicht der Strom, sondern der Absturz. Die Berufsgenossenschaft Bau verlangt bei Dacharbeiten ab 3 Metern Absturzhöhe eine Absturzsicherung. ⚠️ Als Privatperson bist du daran nicht gebunden, aber es ist der richtige Maßstab; Regel und Höhenangabe vor der Veröffentlichung gegen die DGUV-Vorschrift prüfen.
- Gerüst: Ein Gerüst mit Seitenschutz an der Traufe ist die beste Lösung und bei Dachdeckern Standard. Es dient zugleich als Materialablage für Module und Schienen.
- Anseilen: Wer ohne Gerüst arbeitet, braucht einen Auffanggurt mit geprüftem Anschlagpunkt, zum Beispiel einem Sicherheitsdachhaken am Sparren. Ein Seil um den Schornstein ist keine Sicherung.
- Leitern: nur zum Auf- und Abstieg, nie als Arbeitsplatz.
- Wetter: kein Wind, kein nasses oder vereistes Dach, keine Mittagshitze im Hochsommer. Ein Modul ist zwei Quadratmeter groß und wirkt bei Böen wie ein Segel.
- Zu zweit: Module wiegen 20 bis 25 Kilogramm; einer reicht an, einer klemmt.
Auch die Elektrik hat zwei Regeln, die du vom ersten Modul an einhalten solltest. Erstens: Module liefern bei Licht immer Spannung, ein String mehrere hundert Volt Gleichstrom. Steckverbinder deshalb nie unter Last trennen, erst den DC-Freischalter am Wechselrichter öffnen. Zweitens: MC4-Stecker nur mit der Crimpzange und nur mit Steckern desselben Herstellers verbinden. Schlecht gecrimpte Stecker sind die häufigste Brandursache an PV-Anlagen.
Versicherung und Garantie bei Eigenmontage
Versicherung. Melde die Anlage deiner Wohngebäudeversicherung, meist lässt sie sich für einen kleinen Aufpreis einschließen. Versicherer fragen gern nach Fachmontage und Inbetriebnahmeprotokoll. Bei Selbstmontage hilft eine Abnahme durch die Elektrofachkraft mit Fotodokumentation der Montage: Halter, Klemmen, Erdung, Kabelführung. Prüfe auch die Privathaftpflicht für Schäden, die deine Anlage Dritten zufügen könnte. ⚠️ Die Bedingungen unterscheiden sich je Versicherer; vor Veröffentlichung Beispiele aus der Praxis des Energiezentrums ergänzen.
Garantie. Hersteller knüpfen ihre Garantie an die Montage nach Anleitung. Bei Modulen erlischt sie, wenn die Klemmen außerhalb des freigegebenen Klemmbereichs sitzen; bei Wechselrichtern verlangen manche Garantiebedingungen den Anschluss durch einen Fachbetrieb und eine Registrierung nach der Inbetriebnahme (siehe Garantie). Lies die Anleitungen vorher, sie liegen bei uns im Download-Bereich.
Netzbetreiber. Der Installateur übernimmt mit seiner Unterschrift die Verantwortung für die ganze Anlage, auch für deinen Teil. Er wird deine Arbeit deshalb sehen wollen, bevor er anschließt. ⚠️ Ob einzelne Netzbetreiber bei Eigenmontage zusätzliche Bestätigungen verlangen, vor Veröffentlichung mit dem Energiezentrum klären.
Wie du den Elektriker findest und was er sehen will
Such den Elektriker, bevor du bestellst. Gute Betriebe haben Wartezeiten, und er muss die Netzanmeldung vor dem Bau einreichen. Frag nach Erfahrung mit deinem Wechselrichter-Hersteller und nach einem Festpreis für Anschluss, Messung, Protokoll und Anmeldung. In der Region Lützen, Weißenfels, Leipzig und Halle vermitteln wir über das Energiezentrum Burgenlandkreis Fachbetriebe.
Das will der Elektriker sehen:
- Datenblätter von Modulen, Wechselrichter und Speicher.
- Den Stringplan: wie viele Module je String, welche Dachfläche an welchem MPP-Tracker.
- Konformitätserklärung und Einheitenzertifikat des Wechselrichters nach VDE-AR-N 4105.
- Einen Lageplan mit der Modulfläche.
- Fotos deiner Montage: Halter, Klemmen, Erdung, Kabelführung.
- Den Zustand des Zählerschranks. Alte Schränke ohne Platz für Zusatzgeräte müssen oft erneuert werden, und das ist mit 1.500 bis 3.000 Euro ein Posten, den du vor dem Kauf kennen solltest (siehe Zählerschrank).
Der Ablauf in acht Schritten
- Planen: Ziegelplaner, Modulrechner und Speicherrechner nutzen, Dachlatten und Dachstatik prüfen.
- Elektriker festmachen und anmelden: Er reicht das Netzanschlussbegehren ein, bevor du bestellst.
- Bestellen: Als Betreiber einer Anlage bis 30 kWp wählst du im Shop die Variante mit 0 % Mehrwertsteuer. Abholung in Lützen-Zorbau spart Versand.
- Sicherheit vorbereiten: Gerüst oder Anseilen, Wetterfenster, zweite Person.
- Unterkonstruktion: Halter im Ziegelraster setzen, Schienen ausrichten, Erdungsklemmen setzen.
- Module: klemmen, Kabel führen, Strings nach Plan beschriften, alles fotografieren.
- Geräte: Wechselrichter und Speicher aufhängen und aufstellen, Leitungen bis dorthin legen. Der Elektriker schließt an, misst und nimmt in Betrieb.
- Nach der Inbetriebnahme: Zählertausch durch den Netzbetreiber, Eintrag im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats, Versicherung informieren. Den Ablauf im Detail beschreibt der Ratgeber „PV-Anlage anmelden: Netzanmeldung Schritt für Schritt“.
Nächster Schritt
Wenn du vor dem Kauf einmal mit einem Fachmann durchgehen willst, was du selbst machst und was nicht, buch das Beratungspaket: 60 Minuten mit einem Fachinstallateur, die Gebühr wird beim Kauf verrechnet. Die Montageanleitungen von Lehmann, K2 und Schletter sowie die Zertifikate der Wechselrichter findest du im Download-Bereich. Halter und Schienen gibt es in der Lehmann-Kollektion und bei der Unterkonstruktion.
Weiterlesen: „Welcher Modulhalter passt zu meinem Dachziegel?“ und „Wie viele Metalldachziegel brauche ich?“.

