Kurz gesagt: Ein Einfamilienhaus bekommt heute 8 bis 15 kWp, das sind 18 bis 34 Module auf 45 bis 80 Quadratmetern Dach. Fast jedes Dach eignet sich: Süd liefert am meisten, Ost-West am gleichmäßigsten, Nord nur bei flacher Neigung. Die Module hängen an Montageschienen, die mit Metalldachziegeln oder Dachhaken am Dach sitzen; mit Lehmann-Metalldachziegeln flext du keinen Ziegel. Alles Mechanische darfst du selbst montieren, ab dem Wechselrichter übernimmt die Elektrofachkraft.
Wie viel kWp brauche ich für mein Haus?
Für ein Einfamilienhaus sind 8 bis 15 kWp sinnvoll. Faustregel: 1 kWp je 1.000 kWh Jahresverbrauch, plus 2 bis 5 kWp Reserve für Speicher, Wärmepumpe oder Elektroauto. Nach oben begrenzt das Dach: 1 kWp braucht 5 bis 7 Quadratmeter.
Die Anlagengröße wird in Kilowatt-Peak angegeben. In Deutschland liefert 1 kWp im Jahr etwa 900 bis 1.100 kWh, auf einem Süddach mehr, auf Ost-West oder flachen Dächern weniger. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht rund 3.500 bis 4.500 kWh im Jahr; rein rechnerisch würden also 4 bis 5 kWp reichen. Trotzdem empfehlen wir deutlich mehr, aus drei Gründen:
- Die Anlage liefert im Winter nur einen Bruchteil. Im Dezember kommen von 10 kWp an vielen Tagen keine 5 kWh. Wer im Winter noch etwas vom Dach haben will, braucht Fläche.
- Der Speicher wird nur voll, wenn mittags etwas übrig bleibt. Mit 1 bis 1,5 kWh Speicher je kWp lohnt sich erst eine Anlage ab 8 bis 10 kWp (siehe Speicher und Notstrom).
- Wärmepumpe und Elektroauto verdoppeln den Verbrauch. Eine Wärmepumpe braucht 3.000 bis 5.000 kWh im Jahr, ein Elektroauto rund 1.800 kWh je 10.000 Kilometer.
| Haushalt | Jahresverbrauch | Empfohlene Anlage | Module (450 W) | Dachfläche |
|---|---|---|---|---|
| 2 Personen, nur Haushaltsstrom | 2.500 kWh | 6 bis 8 kWp | 14 bis 18 | 35 bis 45 m² |
| 4 Personen, nur Haushaltsstrom | 4.500 kWh | 8 bis 10 kWp | 18 bis 22 | 45 bis 55 m² |
| 4 Personen mit Elektroauto | 7.000 kWh | 10 bis 14 kWp | 22 bis 31 | 55 bis 75 m² |
| 4 Personen mit Wärmepumpe | 8.500 kWh | 12 bis 15 kWp | 27 bis 34 | 65 bis 85 m² |
| Wärmepumpe und Elektroauto | 11.000 kWh | 15 bis 20 kWp | 34 bis 45 | 85 bis 110 m² |
Ein Modul mit 450 Watt ist rund 1,76 Meter hoch und 1,13 Meter breit, also 2 Quadratmeter. Mit Abständen zu First, Traufe und Ortgang (Randbereich) brauchst du je kWp 5 bis 7 Quadratmeter Dach; die Verbraucherzentrale rechnet mit 5 bis 7, Finanztip mit mindestens 5. Welche Modulzahl auf deine Dachmaße passt, rechnet der Modulrechner aus.
Drei Grenzen solltest du kennen. Bis 10 kWp gibt es den höchsten Satz der Einspeisevergütung, darüber wird der Anteil über 10 kWp etwas niedriger vergütet; das ist kein Grund, kleiner zu bauen, weil der Eigenverbrauch mehr zählt als die Vergütung. Bis 30 kWp gelten der Nullsteuersatz automatisch und die Befreiung von der Einkommensteuer. Und ohne intelligentes Messsystem dürfen neue Anlagen nur 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen; mit Speicher, Heizstab oder Ost-West-Dach kostet das unter zwei Prozent Ertrag (Einspeisebegrenzung).
Bau das Dach so voll, wie es sinnvoll geht: 8 bis 15 kWp sind für ein Einfamilienhaus der Normalfall.
- 1 kWp je 1.000 kWh Verbrauch, plus Reserve für Speicher, Wärmepumpe und Elektroauto.
- 1 kWp sind gut zwei Module mit 450 Watt und 5 bis 7 Quadratmeter Dach.
- Bis 30 kWp bleibt alles einfach: 0 Prozent Mehrwertsteuer, keine Einkommensteuer, Anmeldung im vereinfachten Verfahren.
Ist mein Dach überhaupt geeignet (Ost/West, Norddach)?
Fast immer ja. Ein Süddach liefert 100 Prozent des möglichen Ertrags, Südost und Südwest rund 95 Prozent, Ost oder West 80 bis 85 Prozent, ein Norddach 55 bis 75 Prozent. Entscheidend sind außerdem eine Neigung zwischen 10 und 60 Grad, wenig Schatten und eine Eindeckung, die noch 25 Jahre hält.
Die Ausrichtung ist weniger wichtig, als viele denken. Die Tabelle zeigt den Jahresertrag im Verhältnis zum besten Fall (Süd, 30 bis 35 Grad). Die HTW Berlin rechnet für Süd bei 35 Grad mit 960 kWh je kWp und für Ost-West mit 800 kWh je kWp, also rund 17 Prozent weniger; die Verbraucherzentrale NRW nennt für Ost-West rund 80 Prozent, Messdaten aus Baden-Württemberg für flache Ost-West-Dächer 85 bis 90 Prozent. Die übrigen Werte sind Richtwerte aus den gängigen Ertragstabellen für ein unverschattetes Dach. ⚠️ Für Norddächer liegt keine belastbare Zahl aus einer unabhängigen Quelle vor; Werte vor Veröffentlichung gegen eine veröffentlichte Ertragstabelle abgleichen.
| Ausrichtung | Neigung 10 bis 15 Grad | Neigung 30 bis 35 Grad | Neigung 45 bis 60 Grad |
|---|---|---|---|
| Süd | 93 bis 96 % | 100 % | 88 bis 96 % |
| Südost oder Südwest | 92 bis 95 % | 95 bis 97 % | 85 bis 92 % |
| Ost oder West | 85 bis 90 % | 80 bis 86 % | 70 bis 80 % |
| Nord | 75 bis 82 % | 60 bis 70 % | 45 bis 58 % |
Ost-West ist für viele Häuser die bessere Wahl, weil beide Dachseiten belegt werden und der Strom morgens und abends fließt, wenn im Haus mehr verbraucht wird. Der Ertrag je kWp liegt zwar 15 bis 20 Prozent unter Süd, aber die Gesamtleistung ist oft höher und der Eigenverbrauch besser (siehe Ost-West-Anlage). Der Wechselrichter braucht dafür zwei MPP-Tracker, der FOX ESS H3 Smart hat drei.
Nord lohnt sich bei flacher Neigung bis etwa 20 Grad, wenn das Dach groß und die Module günstig sind; bei steilen Norddächern bleibt zu wenig übrig. Oft ist die bessere Lösung, zusätzlich Garage oder Carport zu belegen.
Neben der Himmelsrichtung prüfst du fünf Dinge:
- Neigung: 30 bis 35 Grad ist ideal, 10 bis 60 Grad ist gut. Flachdächer werden mit Aufständerung auf 10 bis 15 Grad gebracht (Flachdach-Montage).
- Schatten: Bäume, Schornstein, Gauben, Nachbarhaus. Ein Schatten auf einem Modul bremst die ganze Reihe (Verschattung). Beobachte das Dach an einem sonnigen Tag mehrmals und im Winter, wenn die Sonne tief steht.
- Alter der Eindeckung: Die Anlage läuft 25 bis 30 Jahre. Ziegel, die älter als 30 Jahre sind, oder eine marode Lattung sollten vorher saniert werden; das Gerüst steht dann ohnehin (Dachlatte und Lattung).
- Statik: 15 bis 25 Kilogramm je Quadratmeter zusätzlich tragen Dachstühle ab Baujahr 1970 in der Regel ohne Nachweis. Alte Dachstühle, durchgebogene Sparren und Flachdächer mit Ballast lässt du prüfen (Dachstatik).
- Eindeckung: Ziegel und Dachstein sind der Normalfall. Bei Eternit-Wellplatten vor 1993 kann Asbest enthalten sein; dann darf nur ein zugelassener Betrieb bohren (Faserzement und Eternit). Trapezblech und Stehfalz haben eigene Befestigungen.
Ein ungeeignetes Dach ist selten. Süd ist am besten, Ost-West am gleichmäßigsten, Nord nur flach.
- Ost oder West kostet 15 bis 20 Prozent Ertrag je kWp, bringt aber oft mehr Gesamtleistung und mehr Eigenverbrauch.
- Schatten und alte Eindeckung sind die echten Ausschlusskriterien, nicht die Himmelsrichtung.
- Dachstühle ab 1970 tragen die Anlage in der Regel; im Zweifel prüft ein Statiker für einen dreistelligen Betrag.
Welcher Modulhalter passt zu meinem Dachziegel?
Der passende Halter hängt vom genauen Ziegelmodell ab, nicht vom Dachhersteller. Stempel auf der Ziegelunterseite lesen, mit der Liste der Lehmann-Metalldachziegel vergleichen: Passt ein Modell, brauchst du weder Flex noch Dachhaken; passt keins, bleibt der Dachhaken von K2 oder Schletter.
Ein Metalldachziegel ersetzt genau einen Ziegel oder Dachstein durch eine passgenaue Platte aus feuerverzinktem, pulverbeschichtetem Stahl mit aufgesetztem Modulhalter. Du nimmst den Ziegel raus, schraubst die Platte mit der mitgelieferten Lattenschiene auf die Dachlatten, legst die Nachbarziegel wieder an. Kein Flexen, keine Haarrisse, kein Dachhaken, der im Winter unter der Schneelast auf den Ziegel drückt. Damit das funktioniert, muss die Form bis auf wenige Millimeter stimmen: Eine Frankfurter Pfanne und eine Harzer Pfanne sehen ähnlich aus, haben aber andere Wellen.
Schritt 1: Dachstein oder Dachziegel? Betondachsteine klingen beim Anklopfen dumpf, sind im Bruch grau und schwerer (Braas Frankfurter Pfanne, Harzer Pfanne, Taunus Pfanne, Tegalit, Heidelberger Eternit). Tondachziegel klingen hell und sind im Bruch rot bis braun (Erlus E58 und Linea, Großfalzziegel, Flachdachpfannen wie MZ3, Koramic Alegra, Biberschwanz). Mehr im Lexikon unter Dachziegel oder Dachstein.
Schritt 2: Das Modell finden. Fast jeder Ziegel trägt auf der Unterseite Hersteller und Modell eingeprägt; im Dachboden ohne Dämmung siehst du die Unterseiten direkt. Sonst: Ersatzziegel in Garage oder Keller umdrehen, Baubeschreibung oder Dachdeckerrechnung lesen, oder einen Ziegel aushängen, Ober- und Unterseite fotografieren, Deckbreite und Länge messen und uns die Fotos schicken. Wichtig bei Erlus: Die Lehmann-Platte passt auf E58 und E58 S; bei E58 MAX und PLUS weichen die Maße ab, hier vorher anfragen. ⚠️ (beim Hersteller bestätigen)
Schritt 3: Mit der Lehmann-Liste vergleichen (Stand 27.10.2026, Verfügbarkeit im Shop prüfen):
| Ziegelmodell | Material | Farben | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Braas Frankfurter Pfanne | Beton | Ziegelrot, Anthrazit | meistverlegter Dachstein, Bestseller |
| Braas Harzer Pfanne | Beton | Ziegelrot, Anthrazit | nicht mit Harzer Pfanne 7 verwechseln |
| Braas Harzer Pfanne 7 (BIG) | Beton | Ziegelrot, Anthrazit | größeres Format, rund 7 Steine je m² |
| Braas Taunus Pfanne | Beton | Ziegelrot, Anthrazit | flache Welle |
| Braas Tegalit | Beton | Ziegelrot, Anthrazit | glatter Flachdachstein |
| Heidelberger Eternit | Beton | Ziegelrot, Anthrazit | Dachstein, keine Wellplatte |
| Erlus E58 / E58 S | Ton | Ziegelrot, Anthrazit | MAX und PLUS anfragen |
| Erlus Linea | Ton | Rotbraun, Anthrazit | flacher Ziegel |
| Erlus Großfalzziegel | Ton | Ziegelrot | |
| Erlus Großfalzziegel XXL | Ton | Ziegelrot, Anthrazit | Vorbestellung |
| Forma (Erlus) | Ton | Ziegelrot, Anthrazit | |
| Flachdachpfanne MZ3 | Ton | Ziegelrot, Anthrazit | auch Dorfen MZ3, Jungmeier SR, DZW Bogen |
| Falzziegel A | Ton | Ziegelrot, Anthrazit | Vorbestellung |
| Koramic Alegra 12 (Mayr L15) | Ton | Anthrazit | |
| Biberschwanz | Ton | Ziegelrot, Anthrazit | engere Halterabstände wegen kleiner Deckmaße |
Metalldachziegel oder Dachhaken? Beides hält. Der Metalldachziegel sitzt auf den Dachlatten und ist im Ziegelraster frei platzierbar, braucht nur den Akkuschrauber und kostet rund 22 bis 30 Euro je Stück (0 % MwSt., Stand Oktober 2026). Der Dachhaken wird auf dem Sparren verschraubt, der Ziegel darüber muss meist ausgeklinkt werden, das Risiko von Haarrissen ist besonders bei Betondachsteinen und Flachziegeln real; dafür passt er auf fast alle Ziegel, auch Sonderformen, und kostet rund 8 bis 20 Euro plus die Arbeitszeit fürs Flexen. ⚠️ Preise prüfen. Für Selbermacher ist der Metalldachziegel meist die entspanntere Wahl. Passt dein Modell nicht in die Liste, nimmst du Dachhaken mit verstellbarer Höhe (K2 SingleHook Vario, Schletter Rapid2+ Pro), für Biber und Mönch-Nonne-Ziegel gibt es eigene Haken, und Lehmann erweitert die Liste laufend: Schick uns Fotos.
Das Ziegelmodell entscheidet, nicht der Dachhersteller. Für rund 15 gängige Modelle gibt es den Lehmann-Metalldachziegel in Ziegelrot und Anthrazit.
- Stempel auf der Ziegelunterseite lesen, bei Unsicherheit Foto von Ober- und Unterseite an uns schicken.
- Metalldachziegel: kein Flexen, keine Haarrisse, Position frei im Ziegelraster, rund 22 bis 30 Euro je Stück.
- Passt keiner, bleibt der Dachhaken von K2 oder Schletter; der Ziegelplaner zeigt, was es für dein Modell gibt.
Wie viele Metalldachziegel brauche ich?
Pro Modulreihe zwei Montageschienen, auf jeder Schiene alle 1,2 Meter ein Metalldachziegel plus einer am Ende. Zehn Module hochkant in einer Reihe brauchen 22 Halter, zwanzig Module in zwei Reihen 44, also etwas mehr als zwei Halter je Modul.
Die Metalldachziegel tragen die Montageschienen, die Schienen tragen die Module. Die Zahl der Halter hängt deshalb von der Schienenlänge ab, und so rechnet auch der Ziegelplaner:
- Schienenlänge je Reihe: Modulzahl mal Modulbreite (hochkant 1,1 Meter, quer 1,8 Meter) plus 2 Zentimeter Klemmenabstand je Modulstoß.
- Halter je Schiene: Schienenlänge geteilt durch 1,2, aufgerundet, plus 1.
- Halter je Reihe: Halter je Schiene mal 2.
- Halter gesamt: Summe aller Reihen.
| Beispiel | Schienenlänge | Halter je Schiene | Halter gesamt |
|---|---|---|---|
| 10 Module hochkant, eine Reihe | 10 × 1,1 m + 9 × 0,02 m = 11,2 m | 11,2 ÷ 1,2 = 9,3 → 10, plus 1 = 11 | 22 |
| 20 Module hochkant, zwei Reihen zu zehn | je Reihe 11,2 m | 11 | 44 |
| 20 Module hochkant, vier Reihen zu fünf | 5 × 1,1 m + 4 × 0,02 m = 5,6 m | 5,6 ÷ 1,2 = 4,7 → 5, plus 1 = 6 | 48 |
| 10 Module quer, eine Reihe | 10 × 1,8 m + 9 × 0,02 m = 18,2 m | 18,2 ÷ 1,2 = 15,2 → 16, plus 1 = 17 | 34 |
Kurze Reihen brauchen verhältnismäßig mehr Halter, weil jede Schiene einen Endhalter hat; lange Reihen sind sparsamer. Quermontage braucht deutlich mehr Halter und eine Freigabe des Modulherstellers für Klemmen an der kurzen Seite (Modulausrichtung hochkant oder quer).
Was die Zahl verändert. In Schneelastzone 2 und 3 und bei exponierten Gebäuden setzen Fachbetriebe die Halter enger, oft alle 0,8 bis 1,0 Meter; für elf Meter Schiene heißt das 13 bis 15 Halter statt 11 (Schneelast und Windlast). ⚠️ Die zulässigen Abstände je Modell stehen in der Lehmann-Montageanleitung; die Werte hier sind gängige Praxis, keine Herstellerfreigabe. Am Dachrand lieber einen Ziegel mehr Abstand lassen als bis an die Kante belegen. Und: Ein Metalldachziegel sitzt nur dort, wo ein Ziegel liegt; bei einer Frankfurter Pfanne mit 30 Zentimetern Deckbreite entspricht „alle 1,2 Meter“ etwa jedem vierten Ziegel. Die beiden Schienen einer Reihe liegen zwei bis drei Ziegelreihen auseinander, so dass die Klemmen im freigegebenen Klemmbereich sitzen.
Dazu kommt die restliche Stückliste für zehn Module in einer Reihe: zwei Schienen zu je 11,2 Metern plus Überstand für die Endklemmen (K2 SingleRail 36 gibt es mit 3,65, 4,80 und 5,95 Metern, also zum Beispiel 5,95 + 5,95 je Schiene), zwei Schienenverbinder, 18 Mittelklemmen (2 × (Module minus 1)), vier Endklemmen, vier Endkappen und eine Erdungsanbindung je Schienenreihe. Klemmen müssen zur Rahmenhöhe der Module passen (30 bis 40 Millimeter bei Universalklemmen). Plane zwei bis drei Halter Reserve je Dach ein; ein gebrochener Ziegel an der Wunschposition oder ein zusätzlicher Halter am Schienenstoß kommt öfter vor als eine Nachbestellung lohnt.
Was das kostet: 44 Halter für zwanzig Module sind rund 1.000 bis 1.300 Euro (0 % MwSt., Stand Oktober 2026), etwa so viel wie zwei bis drei Module. Dafür entfallen Flexarbeiten, Dachhaken und das Risiko von Haarrissen.
Zwei Schienen je Reihe, ein Halter alle 1,2 Meter plus einer am Ende: Das sind gut zwei Metalldachziegel je Modul hochkant.
- Lange Reihen sparen Halter, Quermontage kostet welche.
- In Schneelastzonen und am Dachrand enger setzen, zwei bis drei Stück Reserve einplanen.
- Der Ziegelplaner rechnet Halter, Schienen und Klemmen für dein Dach und legt die Stückzahl in den Warenkorb.
PV-Anlage selbst montieren: Was darf ich, was nicht?
Alles Mechanische darfst du selbst machen: Halter setzen, Schienen und Module montieren, Modulkabel stecken, Leitungen bis zum Wechselrichter legen. Zählerschrank, Wechselstromseite, Inbetriebnahme und Netzanmeldung sind Sache einer Elektrofachkraft, die beim Netzbetreiber eingetragen ist.
Kein Gesetz verbietet dir das Schrauben auf dem eigenen Dach. Was zählt, ist das Ergebnis: Die Anlage muss den Montageanleitungen und den anerkannten Regeln der Technik entsprechen, sonst unterschreibt am Ende kein Elektriker die Inbetriebnahme. Und ohne seine Unterschrift gibt es keinen Zählertausch, keine Einspeisevergütung und keinen rechtmäßigen Betrieb (Elektrofachkraft).
| Arbeit | Du selbst | Elektrofachkraft | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Halter, Schienen, Klemmen | ja | nach Montageanleitung, Drehmomente einhalten | |
| Module auflegen und klemmen | ja | Klemmbereich des Modulherstellers beachten | |
| Modulkabel stecken (MC4) | ja | nie unter Last trennen, nur gleiche Steckertypen | |
| Stringleitungen bis zum Wechselrichter | ja | prüft | Solarkabel verwenden, Durchführung abdichten |
| Erdung der Schienen, Leitung zur Potentialausgleichsschiene | legen | anschließen und dokumentieren | mindestens 6 mm² Kupfer |
| Wechselrichter aufhängen, Batterien aufstellen | ja | FOX ESS H3 Smart wiegt 34 kg, also zu zweit | |
| Stringleitungen am Wechselrichter anschließen | abstimmen | ja | Messung vor dem Anschluss |
| Wechselstromseite, Zählerschrank, Überspannungsschutz | ja | ||
| Inbetriebnahme und Protokoll | ja | das Datum zählt für Vergütung und Fristen | |
| Netzanmeldung und Inbetriebsetzung | ja | nur eingetragener Installateur | |
| Marktstammdatenregister | ja | innerhalb eines Monats |
Sicherheit auf dem Dach. Das größte Risiko ist nicht der Strom, sondern der Absturz. Die Berufsgenossenschaft verlangt bei Dacharbeiten ab 3 Metern Absturzhöhe eine Sicherung; als Privatperson bist du daran nicht gebunden, aber es ist der richtige Maßstab. ⚠️ Höhenangabe gegen die DGUV-Vorschrift prüfen. Ein Gerüst mit Seitenschutz ist die beste Lösung und zugleich Materialablage. Wer ohne Gerüst arbeitet, braucht Auffanggurt und geprüften Anschlagpunkt; ein Seil um den Schornstein ist keine Sicherung. Leitern nur zum Aufstieg, kein Wind, kein nasses Dach, immer zu zweit: Ein Modul wirkt bei Böen wie ein Segel. Bei der Elektrik gelten zwei Regeln vom ersten Modul an: Module liefern bei Licht immer Spannung, ein String mehrere hundert Volt, also Stecker nie unter Last trennen und erst den DC-Freischalter öffnen; und MC4-Stecker nur mit Crimpzange und nur mit Steckern desselben Herstellers verbinden, denn schlecht gecrimpte Stecker sind die häufigste Brandursache.
Versicherung, Garantie, Netzbetreiber. Melde die Anlage der Wohngebäudeversicherung; Versicherer fragen nach Fachmontage und Inbetriebnahmeprotokoll, bei Selbstmontage hilft eine Abnahme durch die Elektrofachkraft mit Fotodokumentation. ⚠️ Bedingungen unterscheiden sich je Versicherer. Hersteller knüpfen die Garantie an die Montage nach Anleitung: Klemmen außerhalb des Klemmbereichs oder ein Wechselrichter ohne Fachanschluss und Registrierung kosten die Garantie (Garantie). Der Installateur übernimmt mit seiner Unterschrift die Verantwortung für die ganze Anlage, auch für deinen Teil; er wird deine Arbeit sehen wollen, bevor er anschließt. ⚠️ Ob einzelne Netzbetreiber bei Eigenmontage zusätzliche Bestätigungen verlangen, mit dem Energiezentrum klären.
Der Ablauf in acht Schritten: 1. Planen mit Ziegelplaner, Modulrechner und Speicherrechner, Dachlatten und Statik prüfen. 2. Elektriker festmachen, er reicht das Netzanschlussbegehren ein, bevor du bestellst. 3. Bestellen, als Betreiber bis 30 kWp mit 0 Prozent Mehrwertsteuer, Abholung in Lützen-Zorbau spart Versand. 4. Gerüst oder Anseilen, Wetterfenster, zweite Person. 5. Halter im Ziegelraster setzen, Schienen ausrichten, Erdungsklemmen setzen. 6. Module klemmen, Kabel führen, Strings beschriften, alles fotografieren. 7. Wechselrichter und Speicher aufhängen, Leitungen legen; der Elektriker schließt an, misst und nimmt in Betrieb. 8. Zählertausch, Eintrag im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats, Versicherung informieren. Die Anmeldungen im Einzelnen stehen unter Recht, Steuern und Anmeldung.
Der Elektriker will vorab Datenblätter, einen Stringplan, Konformitätserklärung und Einheitenzertifikat des Wechselrichters nach VDE-AR-N 4105, einen Lageplan, Fotos deiner Montage und den Zustand des Zählerschranks sehen. Alte Schränke ohne Platz für Zusatzgeräte müssen oft erneuert werden, das kostet 1.500 bis 3.000 Euro (Zählerschrank). In der Region Lützen, Weißenfels, Leipzig und Halle vermitteln wir über das Energiezentrum Burgenlandkreis Fachbetriebe.
Mechanik selbst, Elektrik vom Fachbetrieb: So sparst du den größten Teil der Montagekosten und bleibst bei Netzbetreiber, Versicherung und Garantie auf der sicheren Seite.
- Dach, Schienen, Module, Modulkabel und Leitungen bis zum Wechselrichter darfst du selbst machen.
- Zählerschrank, Wechselstromseite, Inbetriebnahme und Anmeldung macht der eingetragene Elektriker.
- Absturzsicherung ernst nehmen, Montage fotografieren, Anleitungen einhalten.
Nächster Schritt
Der Ziegelplaner findet den passenden Halter und rechnet die Stückzahl, der Modulrechner die Modulzahl für deine Dachmaße. Halter gibt es in der Lehmann-Kollektion, Schienen und Klemmen bei der Unterkonstruktion, Montageanleitungen und Zertifikate im Download-Bereich. Wenn du das Projekt einmal mit einem Installateur durchsprechen willst: Das Beratungspaket sind 60 Minuten mit einem Fachinstallateur, die Gebühr wird beim Kauf verrechnet.
Weiterlesen: Speicher und Notstrom · Kosten und Wirtschaftlichkeit · Recht, Steuern und Anmeldung · Betrieb und Service
Quellen
- Verbraucherzentrale: Photovoltaik, was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist (Stand 26.08.2026), https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/photovoltaik-was-bei-der-planung-einer-solaranlage-wichtig-ist-5574
- Finanztip, Benjamin Weigl: Photovoltaik 2026, wann sich eine PV-Anlage für dich lohnt (Stand 28.05.2026), https://www.finanztip.de/photovoltaik/
- HTW Berlin: FAQ zum Unabhängigkeitsrechner, https://solar.htw-berlin.de/faq-unabhaengigkeitsrechner/
- HTW Berlin, Bergner, Quaschning: Sinnvolle Dimensionierung von Photovoltaikanlagen für Prosumer (Version 1.2, März 2019), https://solar.htw-berlin.de/wp-content/uploads/HTW-Studie-Sinnvolle-Dimensionierung.pdf
- pv magazine Deutschland, Werner Schmid (LEL Schwäbisch Gmünd): Modulausrichtung, ein unterschätzter Faktor bei der Photovoltaik-Stromernte (10.08.2022), https://www.pv-magazine.de/2022/08/10/modulausrichtung-ein-unterschaetzter-faktor-bei-der-photovoltaik-stromernte/
- pv magazine Deutschland: Verbraucherzentrale NRW räumt mit den vier gängigsten Photovoltaik-Irrtümern auf (15.03.2023), https://www.pv-magazine.de/2023/03/15/verbraucherzentrale-nrw-raeumt-mit-den-vier-gaengigsten-photovoltaik-irrtuemern-auf/
- Verbraucherzentrale NRW: Checkliste zum Vergleich von Photovoltaik-Angeboten (07/2024), https://www.verbraucherzentrale.nrw/sites/default/files/2024-07/checkliste_photovoltaik_edit_final.pdf
- Montageanleitungen von Otto Lehmann, K2 Systems und Schletter im Download-Bereich von utarkwerden.com; Rechenregel des Ziegelplaners (zwei Schienen je Reihe, ein Halter alle 1,2 Meter plus einer am Ende)

